Geier über dem Tajo – Frühling im Monfragüe
April 2023, Extremadura: Der Nationalpark Monfragüe ist Europas beste Adresse für Geier — Hunderte Gänsegeier brüten in den Quarzitwänden über dem Tajo, dazu Mönchsgeier, Schwarzstörche und alles, was der spanische Frühling an Farben zu bieten hat: Blauracken, Wiedehopfe, Bienenfresser. Drei Tage an den Aussichtspunkten, mit Technik-Notizen.
Salto del Gitano: Geier im Minutentakt
Der berühmteste Aussichtspunkt des Parks liegt direkt an der Straße: eine gewaltige Felswand über dem Tajo, gegenüber ein Parkplatz — und dazwischen kreisen die Gänsegeier so nah vorbei, dass man eher zu viel als zu wenig Brennweite hat. Die Vögel starten am Morgen mit der ersten Thermik, ziehen an der Wand entlang und landen krachend auf den Brutfelsen. Wer eine Stunde bleibt, hat jede Flugphase im Kasten; wer drei bleibt, fängt an, auf die Details zu achten — den gestreckten Hals kurz vor der Landung, die gespreizten Fingerfedern im Aufwind.
Der Frühling liefert die Farben
Zwischen den Geier-Sessions gehört die Dehesa den bunten Rückkehrern aus Afrika: Blauracken beziehen die Leitungsdrähte, Wiedehopfe stochern zwischen den Steinen, und über dem glitzernden Stausee zog ein Schwarzstorch vorbei — als Silhouette vor dem Gegenlicht fast schon Grafik statt Foto.
Die Technik: Extender-Wetter
Monfragüe ist ein Fall für Reichweite bei bestem Licht: Die Canon EOS R5 trug fast durchgehend das RF 100-500 mm mit 1.4x-Extender — 700 mm bei f/10-f/11, was in der spanischen Frühlingssonne problemlos 1/2500 s bis 1/3200 s erlaubt. Für die Flugbilder an der Wand: Vogel früh aufnehmen, mitziehen, den Hintergrund arbeiten lassen — die Felswand gibt dem Geier Tiefe, der blaue Himmel Klarheit. Das RF 28-70 mm f/2 übernahm die Landschaft. Und die Abendroutine kennt der Blog inzwischen: Karte an den Mac, sichten, sichern — heute macht das RAWFetcher direkt von der Karte.
Mehr Praxisberichte
Bienenfresser und ein Luchs in Doñana, Seeadler auf Smøla, Grizzlys in British Columbia — alle Reiseberichte im Blog.