Buckelwale, Weißkopfseeadler, Milchstraße – Atlantik-Kanada
August 2023, drei Wochen Ostkanada: vom St.-Lorenz-Strom bis in die Atlantikprovinzen. Auf dem Programm standen Buckelwale vor der Küste, Weißkopfseeadler an ockerfarbenen Klippen, Eistaucher auf stillen Seen — und Nächte, die dunkel genug für die Milchstraße waren. Der Reisebericht zur ältesten Etappe unserer Kanada-Serie.
Auf dem Wasser: Wale, Robben, Papageitaucher
Die Waltouren im Osten sind anders als im Pazifik: kälteres Wasser, weiter Horizont, und zwischen den großen Buckelwalen tauchen immer wieder kleinere Überraschungen auf — Kegelrobben, die neugierig das Boot mustern, und schwimmende Papageitaucher, die sich mit vollem Schnabel auf dem Wasser treiben lassen. Für die Fluken gilt das bewährte Rezept: Kamera oben behalten, denn zwischen Blas und Abtauchen liegen nur wenige Atemzüge.
Die Adler von der Ockerwand
Der Wildlife-Höhepunkt der Reise kam per Boot entlang einer Steilküste aus rostrotem Sedimentgestein: Weißkopfseeadler, die auf den Simsen sitzen wie auf Balkonen — und die beim Abflug direkt an der Wand entlangziehen. Vor dem strukturierten Ocker wirken die weißen Köpfe wie ausgeleuchtet; die hohen ISO-Werte übernahm die Dämmerung, den Rest die Serienbildfunktion.
Stille Seen, dunkle Nächte
Das Kontrastprogramm zu den Bootstagen lieferten die Seen im Landesinneren: Eistaucher, deren Rufe abends über das Wasser tragen — das vielleicht kanadischste Geräusch überhaupt. Und wenn die Sonne weg war, blieb der Himmel: weit weg von den Städten ist es dunkel genug, dass die Milchstraße mit bloßem Auge steht und die Kamera nur noch draufhalten muss.
Und weil der Weg in die Atlantikprovinzen über Québec führte, gab es auch ein klassisches Postkartenmotiv: die Montmorency-Fälle, 83 Meter hoch — mit Regenbogen im Gischtfuß.
Zum Schluss: Street-Art in Montreal
Den Abschluss der Reise machte ein Abend in Montreal — und der gehörte nicht den Vögeln, sondern den Wänden: Das Plateau Mont-Royal ist eine einzige Open-Air-Galerie, an jeder zweiten Ecke ein Mural in Hausgröße. Und zum Kontrast dann Beton: der schiefe Turm des Olympiastadions von 1976, in Schwarzweiß fast schon Skulptur.
Die Technik: ein Zoom für (fast) alles
2023 war die Ausrüstung noch kompakter als auf den späteren Reisen: die Canon EOS R5 mit dem RF 100-500 mm als Universal-Tele (bei Bedarf mit 1.4x-Extender), dazu RF 28-70 mm f/2 und RF 70-200 mm f/2.8 für Landschaft und Stadt sowie ein manuelles 15-mm-Weitwinkel für den Nachthimmel. Die Abendroutine war dieselbe wie auf allen Reisen seither: Karte in den Mac, den Tag sichten, Keeper sichern — heute erledigt RAWFetcher diesen Schritt direkt von der Karte. Die 54 Bilder dieses Albums sind das, was von drei Wochen übrig bleiben durfte.
Mehr Praxisberichte
Wie es weiterging: Papageitaucher auf Runde, Pottwale auf den Azoren, Grizzlys in British Columbia — alle Reiseberichte im Blog.